Conny Frischauf

Die Drift (VÖ: 15.01.2021)

Die Wiener Künstlerin Conny Frischauf verbindet in ihren Stücken Elemente aus Kraut, Leftfield Electronica und Synth Pop zu einer Musik, die Traditionen zwar spielerisch aufnimmt, diese jedoch gänzlich neu verhandelt und in einen gegenwärtigen, frischen Klang überführt. Nach Veröffentlichung der beiden EPs „Effekt & Emotion“ (International Major Label, 2018) und „Affekt & Tradition“ (Kame House, 2019) legt sie mit „Die Drift“ nun ihr Debütalbum vor. 

Darauf gelingt es Frischauf experimentelle Soundstrukturen in den Mikrokosmos eines Pop-Songs zu einzubetten und daraus ein Album zu formen, das die klangliche Tiefe einer freien Musik besitzt und dennoch durch einen unwiderstehlichen Pop-Appeal auch auf einer sehr unmittelbaren Ebene funktioniert. Für die Co-Produktion, Mixing und Mastering von „Die Drift“ zeichnet sich der Tonmeister und Musiker Sam Irl verantwortlich. „Es geht rauf, rauf, rauf“ – mit dieser alleinstehenden Zeile beginnt die Reise, innerhalb derer Conny Frischaufs Stimme als zentrales Medium fungiert, indem sie selbst zum Instrument wird; rhythmisch, schnalzend, im Zusammenspiel mit den elektronischen Drummachine-Grooves oder als Träger von Worten. Sprache als Laut, als sich verfremdendes Material, der assoziativen Gesamtwirkung folgend. Texte, die nicht nur erzählen, sondern zudem Perspektiven, Verortungen und Verwirrungen ermöglichen. Drinnen ist draußen ist dazwischen ist rechts ist links ist vorne ist hinten, bis alles auf dem Kopf steht. Eine endlose Drift, wie es der Albumtitel überschreibt, das Erzeugen von Strömungen an der Wasseroberfläche durch sich ständig in Bewegung haltender Wellen. Das umfangreiche Instrumentarium, das Frischauf verwendet, verleiht den Stücken einen Farbenreichtum, der sich bei aller Verspieltheit nie überlädt, sondern stets transparent und zugunsten eines jeden einzelnen Klanges arrangiert ist. Die Komplexität der Einfachheit. Selbst die zahlreichen Echoschleifen, in denen sich die Sounds wie in einem Kaleidoskop widerzuspiegeln scheinen, sind niemals bloßer Effekt, sondern wohlgesetzte Pinselstriche innerhalb des gesamten Klanggefüges. So findet sich die, wie aus einem Zufall geratene, sparsam skizzierte Wirkintensität, die bereits das von Anna Weisser gestaltete Covermotiv ziert, in allen zehn Stücken des Albums wieder. 

Am Schluss steht die „Freundschaft“, ein Track in dem alles zusammenzulaufen scheint und die Wellen wie ein Mantra ausspielen, um sich von dort aus Stück für Stück aufzulösen und doch immer weiter zu bewegen. Man braucht sich nur hinein fallen zulassen. 

Live

03
Sep
04
Sep
Hamburg