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Fotos: Anh Thu Vu, Atelier Moist

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unhappybirthday

Booker: Daniel Jahn

"[…] one of the world's most formidable & important electro-pop acts of understated & expansive influence & taste." Impose Magazine


"[…] gusting a whirlwind of emotion your way, so the only thing better than going with the whip-flow is feeling its emotion." Tiny Mix Tapes

"I can't remember ever having heard something so 80s indebted and yet so simple and warm. It helps that Daniel Ja's vocals are both German and have the husky, distant timbre that evokes Vasline-lensed cameras and lily-gilded windowsills, black overcoats and gondola rides in narroq canals through an urban jungle on an overcast day." Sonic Masala

 

mondchateau (out September 4, 2020)

 

Obwohl ihre Geburtstagstorte erst von acht Kerzen geziert wird, legen unhappybirthday mit Mondchateau bereits ihr viertes Album vor. Wie schon bei den Vorgängern kreiert das in Hamburg lebende Trio auch auf seinem neuesten Album eine ganz eigene Mischung aus jugendlicher Energie und beeindruckender Reife. Die Platte ist zudem ein echter Meilenstein, der zeigt, dass unhappybirthday endgültig den Kinderschuhen entwachsen sind. Markantere Grooves, dichtere Arrangements und unkonventionelle Melodien, das sind die Elemente, mit denen die Band eine perfekte Balance zwischen Song und Sound gefunden hat. Damit ist ihnen ihr bislang unwiderstehlichstes Werk gelungen.

Schon der erste Blick auf das bisherige Schaffen der drei fördert eine ganze Schatzkiste an verschollenen Kostbarkeiten aus den Achtzigerjahren hervor, seien es das Kassettenrauschen der frühen Veröffentlichungen oder eine aufrichtige Liebe für die Außenseiter des Undergrounds jener Dekade. Man denke an längst vergessene Erinnerungen, an stundenlanges Sich-Verlieren in der Plattensammlung eines älteren, cooleren Freundes, schemenhafte Kinderzimmer-Anarchisten, polternde Romantiker und vielstimmige Schwarz-Weiß-Poeten. Das Ergebnis ist ein Kaleidoskop aus Post-Punk und Postkarte, Penthouse und Pavement, eindeutig durch die Vergangenheit inspiriert, aber unmöglich zu fassen. Bezüge in Hülle und Fülle, aber niemals getrübt durch Bewunderung oder Ehrerbietung. So offenbaren unhappybirthday die seltene Fähigkeit, unterschiedlichste Einflüsse zu einem innovativen Neuen zu destillieren, das sehr viel mehr ist als nur die Summe seiner Teile.

Für mondchateau, ihre zweite LP bei Tapete Records, tauschen unhappybirthday Cocteau-Coolness gegen Cocktails am Pool und fusionieren ihren anspruchsvollen Pop mit den dekadenten Grooves und der sphärischen Schönheit deutscher Balearic.

Das Trio wandelt durch Mikos Garten, entdeckt Sade unterm Kalimba Tree, genießt einen I.C. Spritz und kostet die Tristeza der Spätnachmittagssonne aus. Untermalt von Rhythmusbox-Exotika und Diana Kims lässigem Bass wiegen die neun Stücke zwischen T.V. Scene und Same Old Scene hin und her – eine betörende Kombination aus Optimismus und Melancholie, die eine schwärmerische Schönheit gebiert. Nachdenklich und eindringlich zugleich verkörpert Tobias Rutkowskis Gitarre diese Spannung, während Daniel Jahn seinem SQ1 strahlende Harmonien, kristallklare Klänge und mondhelle Schwingungen entlockt, die dem verführerischen Croon seiner Stimme eine zart schimmernde Behausung bieten. Produziert wurde das Album erneut von dem Berliner Musiker Jonas Meyer. Diese Kontinuität verleiht unhappybirthday einen sehr reifen und klaren Sound, während Gastsänger wie die Indie-Pop-Ikone Andreas Dorau und Labelkollege Sebastian Lee Phillip (Die Wilde Jagd) den Klangwelten der Band Tiefe und neue Nuancen verleihen.

mondchateau, eine Resort-Kollektion für die Sommersaison 2020, offeriert Tänzer am fernen Horizont, Träumer am Strand und driftende Gezeiten. Ein ehrgeiziges Statement, einzig bedroht von dem unausweichlichen Gefühl, dass der Sommer allzu früh ein Ende finden könnte.

- Patrick Ryder