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Live

30.11.2019

Hannover - Béi Chéz Heinz

(@ Otterfest)

05.12.2019

Berlin - Bi Nuu

06.12.2019

Wolfsburg - JH Ost

07.12.2019

Wiesbaden - Schlachthof Wiesbaden

11.12.2019

Leipzig - Werk 2

12.12.2019

Marburg - Café Trauma

13.12.2019

Stuttgart - ClubCANN

14.12.2019

Köln - Helios37

26.1.2020

Düsseldorf - Stahlwerk

(Support für Kettcar)

27.1.2020

Nürnberg - Z-Bau

(Support für Kettcar)

28.1.2020

München - Muffathalle

(Support für Kettcar)

29.1.2020

Mannheim - Capitol

(Support für Kettcar)

30.1.2020

Dresden - Alter Schlachthof

(Support für Kettcar)

06.2.2020

Jena - Rosenkeller

08.2.2020

Karlsruhe - KOHI

13.2.2020

Essen - Zeche Carl

14.2.2020

Kassel - Schlachthof

15.2.2020

Bremen - Kulturzentrum Lagerhaus

15.4.2020

München - Kranhalle

16.4.2020

Erlangen - E-Werk

17.4.2020

Freiburg - Swamp


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Schrottgrenze

Booker: Marcel Gein

Alles zerpflücken (VÖ: 18. Oktober 2019)

Zwischen Rockfestivalbühnen und Dragshow. Zwischen Punkrockgitarren und eingängigen Popmelodien. Zwischen kleinen Alltagsgeschichten und unmissverständlichen Statements. Überall bewegt sich die Hamburger Band Schrottgrenze, auch mit ihrem neuen Album Alles zerpflücken: „Somewhere in Between.“

 

Was wird hier zerpflückt? In erster Linie die verdammte Heteronormativität. Hier werden von Anfang an keine Gefangenen gemacht und Sänger Alexander Tsitsigias stellt sich gleich als „kräftige Schwester“ Saskia Lavaux in einem politischen Körper vor.

 

Rückblick: Mit dem viel beachteten Schrottgrenze-Comeback-Album Glitzer auf Beton öffnete die bereits 1994 gegründete Band 2017 ein neues Kapitel. Denn es war nicht nur ein Comeback nach sieben Jahren Pause, sondern auch das erste Album nach dem späten Coming Out von Sänger Alex. Von nun an bearbeiteten Schrottgrenze ein überraschend unbearbeitetes Feld in der Indieszene: Queere Themen.

 

Alles zerpflücken setzt genau dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat – und geht dabei noch einen bedeutenden Schritt weiter. Denn Alles zerpflücken ist einen Schritt weiter und will Fragen aufwerfen. Dekonstruieren, oder Zerpflücken eben. Fragen gestellt werden nach kritischer Männlichkeit, Geschlechterrollen, Freiräumen, Rassismus und Antisemitismus. So heißt es in Traurige Träume: „Wie der Humanismus hier zerfällt/Und wenn diese Welt /Wirklich zerfällt/hilft dir auch kein Beten und kein nach unten treten.“ Keine Frage, Alles zerpflücken ist das bisher politischste und wütendste Album der Band. Klare Standpunkte ohne einfache Parolen.

 

2019 feiern die Stonewall-Aufstände ihren 50. Geburtstag. Damals wehrten sich erstmalig Queers gegen Repressionen. Die erkämpften Räume von queeren Menschen und anderen Minderheiten stehen heute wieder zur einmal mehr Disposition und müssen verteidigt werden, auch musikalisch „Räume für Homos und Trans*/Für Butches und Femmes/Raum für alle Liebenden/Für mehr als zwei Geschlechter/Raum für kritische Männlichkeit/Raum für die Vielfalt/Für die Wirklichkeit.“

 

Der politische Anspruch auf „Alles zerpflücken“ zeigt sich auch an der Gästeliste des Albums. Mit Elf und Dirk von der legendären Hamburger Politpunkband Slime verweisen Schrottgrenze nicht nur auf ihre musikalische Verwurzelung im Punk, sondern bringen mit ihnen gemeinsam mit Das Kapital einen fast 40 Jahre alten Slime-Klassiker zu neuen Ufern. Genre-übergreifend steuert auch die queerfeministische Berliner Rapperin Sookee einen Part auf Traurige Träume bei.

 

Da stellt sich nur noch die Frage: Punk? Pop? Rock? Indie? Egal! Denn genau so wie sich Saskia Lavaux in kein Rollenklischee drängen lassen möchte, haben sich auch Timo Sauer, Hauke Röh und Benni Thiel schon wieder der musikalischen Schublade verweigert. Power-Pop oder Indierock sind vielleicht die Begrifflichkeiten, auf die man sich bei Schrottgrenze einigen kann, wenn es schnell gehen muss. Schrottgrenze gelingt der Spagat, den kaum jemand hinbekommt: Die Lieder auf dem Album funktionieren gleichsam in der queeren Bar, auf der Antifa-Demo oder bei der Erstsemester-Party. Man kann zu ihnen die Faust recken, man kann dazu knutschen oder einfach nur feiern.