Künstlerbild

Credit: Kristoffer Hedberg

Facebook

Kristoffer Bolander

Booker: Marcel Gein

"What Never Was Will Always Be" (VÖ: 30. März 2018)


“I dream of cities – endless cities where I will die alone...”

 

Der Soundtrack für die nächste Eiszeit und die letzten Überlebenden der globalen Klimakatastrophe ist hier. Die Städte liegen verlassen im Mondenschein, zugeschneite Straßen, durch die sich ein einsamer Wolf schleicht, und alles durchdringend erklingt glockenklar die schönste Stimme zwischen Kiruna und Trelleborg. Sie gehört zum schwedischen Singer/Songwriter Kristoffer Bolander, dessen zweites Soloalbum beim Hamburger Label Tapete Records erscheint.

 

Mit “What Never Was Will Always Ne“ zeigt er eindrücklich, warum er zum Adel der europäischen Alternative-Songschreibergilde gehört.

 

Denn das neue Album klingt anders – der Sound hat sich deutlich weiterentwickelt, seit 2015 mit “I Forgive Nothing” seine erste Soloplatte erschien. Das übliche Alternative-Folk-Klangspektrum des Ensembles um Bolander bleibt weiterhin erhalten. Die wundervoll hohe, hauchzarte Stimme des Schweden wird stets von seiner großartigen Band eingebettet, mal ruhig, konzentriert, mal ein wenig wilder mit angezerrten E-Gitarren und scheppernden Becken. Doch was “What Never Was Will Always Be” atmosphärisch so besonders macht, sind die elektronischen Elemente. Von sanften Synthie-Pads, die Landschaften aus Sounds à la Brian Eno andeuten bis hin zu treibenden, trockenen Elektro-Drums; hier und da blitzen geschmackvoll eingesetzte Arpeggiator durch das durchdachte musikalische Dickicht.

 

Die Bandbreite der Songs reicht vom epischen Oberhit “Cities”, über tanzbare Synth-Pop-Nummern wie “Animals” bis hin zu klassischen Folk-Titeln wie “True Romance”, bei welchem Kristoffer Bolanders Stimme allein von der Akustikgitarre begleitet wird. Das Album funktioniert wie ein Panoptikum aus kleinen Welten, jedem Song wohnt eine eigene Klangdimension inne, durchdacht und in Perfektion produziert. Hinzu kommen die lyrischen Texte Bolanders. Sie vertiefen die einzigartige Stimmung und wirken wie Mantras aus der Zukunft, die von verlassenen Städten und prägenden Romanzen erzählen.

 

Mit Hilfe der neuen Komponenten schwebt das Werk sanft weg vom altbekannten Folk-Album und hin zu einem modern klingenden Elektro-Folk-Pop, der auch Freunden von Cigarettes after Sex oder Brandon Flowers gefallen dürfte.

 

Dass “What Never Was Will Always Be” anders klingt als der Vorgänger ist kein Zufall. Kristoffer Bolander hat die Arrangements für alle Songs im Alleingang erarbeitet. Produziert wurde das Album von Daniel Johansson, der sich bereits durch Kollaborationen mit Grammy-Preisträger Tommy Black einen Namen machte. Zusammen ertüftelten Bolander und Johansson einen für jeden Song eigenständigen Sound.

 

Diese meisterhafte Detailarbeit macht die Platte so besonders – sie besticht vor allem durch ihre abwechslungsreiche instrumentale Ausgestaltung, die durch Bolanders ausdrucksstarken Gesang vervollkommnet wird. “What Never Was Will Always Be” ist ein frisches, zeitgemäßes Folk-Pop-Album, welches den Hörer zum Träumen, Weinen und Tanzen verlockt.