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Fotos: Michael Topyol                 Collage: Naomi Shalev


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Jewish Monkeys

Booker: Carsten Friedrichs

"High Words" (VÖ: 28. April 2017)

Die Jewish Monkeys sind Meister im Spiel mit Identitäten, Ritter des Absurden, Musiker und Komödianten, die eine mitreißende Show liefern. Gerne brechen sie ethnisch-religiöse Tabus und holen zu satirischen Befreiungsschlägen aus. Ihre neo-jiddische Klangfusion pendelt zwischen zirkushaftem Chanson und punkig-energetischem Pop, die Sprache zwischen Englisch und Jiddisch. Ihr Publikum bringen sie so gut wie immer zum Tanzen: Syrische Flüchtlinge im Dresdner Übergangslager und Anti-Pegida-Demonstranten, Kultur-affines Publikum in deutschen, dänischen, tschechischen oder französischen Clubs und Konzertsälen sowie Hipster in East London oder Tel Aviv. Und nun gehen sie mit ihrem brandneuen Album auf Tour.


Sie machen keine Witze auf Kosten anderer, sondern sehen sich in einer Linie mit den großen jüdischen Comedians, die die Königsdisziplin beherrschten, indem sie vor allem sich selbst auf die Schippe nahmen. Sie erinnern an die Marx Brothers und deren Lust am Unlogischen, sich austobenden Unbewussten und der absurd-aggressiven Komik. Da wundert es nicht, wenn der Deutschlandfunk sie unter dem Titel „Sinn für Unsinn: Die Anarcho-Klezmer-Band Jewish Monkeys!“ portraitiert.


Gegründet wurden die Jewish Monkeys von Jossi Reich und Roni Boiko, zwei ehemaligen Chorknaben der Frankfurter Westend-Synagoge, die mehr als ein Vierteljahrhundert später in ihrer neuen israelischen
Heimat einen ähnlich Verrückten trafen, Gael Zaidner. Mit Hilfe des renommierten Theater-, Ballett- und Filmmusikkomponisten Ran Bagno (Akkordeon, Keyboards) fassten sie ihre Ideen in Musik. Andere Musiker, u.a. von der Middle-Eastern-Surfband Boom Pam, halfen ein Album einzuspielen, das gerade auch bei der deutschen Presse mit hymnischen Kritiken gefeiert wurde. „Mania Regressia“ drückt schon im Titel den Hintersinn der Tel Aviver Affen aus. Der Bassist und Betreiber des Tel Aviver Underground-Clubs „Tahat“ Yoli Baum kam an Bord und baute eine Liveband auf. In der aktuellen Formation sitzt Henry „The Rose“ Vered am Schlagzeug, der Hardrock wie Jazz versiert ist. Gitarrist Omer Hershman – auch er ein angesehener Produzent sowie Mitglied der Indieband „Panic Ensemble“ – driftet mit seiner Gitarre schon seit jeher in die Richtung rockiger Zirkus- und Kabarettmusik. Ein Powerhaus ganz anderer Art ist Posaunist Moran Baron – von Jazz bis Funk ist ihm nichts fremd und die wichtigsten israelischen Rock- und Pop- Ensembles stehen bei ihm Schlange, damit er ihren Alben seinen goldenen Touch verpasst.


Die englisch-sprachigen Texte ihres ersten Albums setzen sich mit Gier nach Erdöl, Klimaerwärmung, prügelnden Vätern oder obsessiver Reinlichkeitssucht auseinander. Die Jewish Monkeys besingen allzu männliche Frustrations-Phantasien im Angesicht eines spießigen Wochenend-Grillnachmittags im häuslichen Garten des langweiligen Vororts oder karikieren wie im allerersten Jewish Monkeys-Song „Hava Nagila vs. Banana Boat“ den Streit zwischen Juden und Arabern um das eine, einzige Heilige Land. Auf ihrem neuen Album lassen zwei hitverdächtige Reißer aufhorchen: Der Song „Alte Kacker“ spielt, wie der Titel erahnen lässt, zynisch-trocken und mitleidlos-selbstbemitleidend auf die auf uns alle wartende Beschwerlichkeit des Alters an und lässt uns dabei munter zum Gitarrenrock-Stakkato auf und ab hüpfen. Der andere Song „High Words“ macht der Wut auf ein Establishment Raum, welches uns im neuen Global- Warming-Zeitalter in die Demagogie vergangener Weltkriegszeiten abrutschen lässt, anstatt sich auf kompromisslose Fairness und Ökologie einzulassen.


Bleibt noch die Frage: Was soll das mit diesem nicht leicht zu verdauenden Band-Namen, der in einigen arabischen Ländern gar als arges Schimpfwort im Umlauf ist? Da zucken die Affen nur mit den Achseln: „Wir Juden dürfen das! Dass wir uns trauen, politisch unkorrekt zu sein und uns selber als Juden verarschen ist unser Überlebensrecht seit jeher gewesen. Aber am Ende suchen wir das Gemeinsame und nicht das Trennende. Wir wollen Gräben einreißen und Brücken bauen – deshalb auch unsere große Freude, für Menschen aus Syrien oder Afghanistan zu spielen.“

 


Jewish Monkeys sind:

Assaf Pariente - vocals

Jossi Reich - vocals

Gael Zaidner - vocals

Ran Bagno - accordion

Omer Hershman - guitar

Moran Baron - trombone

Yoli Baum - bass

Henry Vered - drums

 

 

„Spritzig, respektlos, jüdischer Humor vom Feinsten.“ - 3Sat-Kulturzeit

 

„Diese Klezmer-Kapelle auf der Überholspur ist vor allem eine phantastische Live-Band im Punk-Modus. Noch stärker als auf ihrer Platte überwältigen live Raserei und Tollheit die Tradition.“ - Süddeutsche Zeitung

 

„Wenn der Post-Midlife-Dance so abgeht wie der Beat der Jewish Monkeys, dann möchte ich keinen Tag jünger sein.“ - Plärrer, Augsburg

 

 

 

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