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E.S.B. (Elektronische Staub Band)

Booker: Carsten Friedrichs

 

SQUARE / TRIANGLE / SINE 

YANN TIERSEN / LIONEL LAQUERRIERE / THOMAS POLI

 

Wir schreiben das Jahr 2010. Lionel Laquerrière (Nestorisbianca, Geysir) schließt sich Yann Tiersens Liveband an. Um die Soundchecks kurzweiliger zu gestalten, fangen sie an, mit ihren analogen Synthesizern über Tiersens Songs zu improvisieren. Und wie es eben manchmal ist: Was als reiner Spaß beginnt, wird zur Keimzelle einer Idee, die sich weiterentwickelt, bis irgendwann ein Konzept entsteht. Die beiden beschließen, ein rein analoges Musikprojekt zu wagen. Kurz danach wird ihnen ein Auftritt beim Acusmatiq-Festival angeboten. Und spätestens jetzt ist beiden klar, dass sie, um den Stromkreis zu schließen und ihrem Konzept Leben einzuhauchen, noch einen dritten kreativen Geist benötigen. Ihre Wahl fällt auf den Freund und Produzenten Thomas Poli (Dominique A, Miossec, Olivier Mellano, Montgomery, Laetitia Sheriff). Er ist mindestens so besessen von analogen Synthesizern wie sie selbst – also genau der Richtige. Man nennt sich Elektronische Staubband. In den Jahren darauf folgen umjubelte Festivalauftritte in ganz Europa. 2013 veröffentlichen ESB, wie der Bandname mittlerweile offiziell abgekürzt wird, ihre erste Single beim Label Thoré Single Club.


Weil alle drei in zahlreichen anderen musikalischen Projekten engagiert sind, dauert es, bis sie endlich Zeit für die Aufnahmen zu ihrem Debütalbum finden. 2014 sind die Terminkalender schließlich synchronisiert. Jedes Bandmitglied durchwühlt sein analoges Arsenal und wählt genau zwei Geräte aus. Sie treffen sich in Tiersens Studio, stöpseln ein und legen los, und es beginnt eine zehn Tage währende Jam-Session voll unbändiger, kreativer Intensität. Singende ARPs. Dröhnende Korgs. Wummernde Moogs. Der Saft aus der Steckdose erweckt seltsam verschlungene Melodien zum Leben.


Verschiedene Einflüsse prallen aufeinander. Michael Bundt auf Tim Hecker, Klaus Schulze auf Fennesz, Popol Vuh auf Loscil, Kraftwerk auf Fuck Buttons, Delia Derbyshire auf Grouper, Neu! Auf Follakzoid. Zusammenstöße sind ausdrücklich erwünscht. Das Unerwartete ist willkommen. Jeder Track entsteht aus dem Augenblick und wird sofort aufgenommen. Tanzbar oder düster, irdisch oder außerirdisch, die Stücke dehnen sich in die Länge, ändern die Richtung und krümmen sich, bekommen die Zeit, um sich zu entwickeln und die Musiker auf unbekanntes Terrain zu locken. Und eröffnen dem Hörer so verzerrte, kaleidoskopische Einblicke in eine exotische, retrofuturistische Welt.