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Credit: Marion Bellaire

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Datashock

Booker: Daniel Jahn

"Kräuter der Provinz" (VÖ: 25. Mai 2018)


Die Musiker: Künstlerkollektiv mit wechselnden Mitgliedern, gegründet 2003 in Saarlouis


Die Musik: psychedelische (Krautrock-)Improvisationen


Wie es klingt?

 

"Like a free-folk-informed update on Amon Düül" - The Wire

"A splendidly righteous motherfucker" - Julian Cope über ihr Album "Pyramiden von Gießen"

"Neo-Hippie-Spook-Folk" - Eigenbeschreibung

 

Die Pyramiden besichtigt, die Wüste durchquert, und jetzt? "Kräuter der Provinz". Kiffen mit Edgar Reitz? Eine Hommage an die regionale Küche oder die Feier hinterwäldlerischer Herkunft gar? Natürlich nicht. Wie immer gilt: doppelter Boden hält besser und ein Kalauer am Tag die Kritik auf Abstand. Wie aber sich nähern oder erklären gar, was vor sich geht?

 

Datashock 2018:Achtzig Finger im spiel, aber was wird gespielt? Spielen Datashock ihre Instrumente oder spielen die Instrumente Datashock? Es rappelt, rumst und pfeift - so viel steht fest. Hier spielt eine frei improvisierte Musik. Musik, die im Prozess und dem Ergebnis ein soziales Ereignis ist, das sowohl die individuelle Entfaltung als auch eine gemeinsame - mithin sogar ekstatische! - Erfahrung ermöglicht. Sheesh! Aber hallo! Kennt man schon? Na und, das kann ruhig noch mal gesagt werden! Warum auch nicht?!

 

Aber wie muss man sich das vorstellen? Acht Leute unter einen Hut bzw. in einen Aufnahmeraum zu bringen - weil alle doch so (teilweise prekär, aber natürlich dauernd mit irgendwas anderem) beschäftigt sind, ist doch immerhin Super-Spätkapitalismus und so! Aber dann, Terminkalender gecheckt, los geht's, nächster Halt: Oetinger Villa, Darmstadt. Kolter hat schon durchgefegt, DJ Ulf Eyes bringt Bier von der Waterkant mit, MC Cobra hat die neuesten Modetrends aus Berlin dabei, McWerner und Cha Cha kommen mit allem, was sie nicht vergessen haben, aus Köln den Rhein hoch und - klar - El Haze und Biber Bergi rücken nebst LL Cool P aus Saarbrücken an. Pizza bestellt, Flaschen geöffnet und dann geht's los. Maschinen piepsen, die Geige ruft dazwischen, die Klarinette jault, die Gitarren und Bass schleichen ums Schlagzeug herum. Wenige Tage später ist der Spuk vorbei. Aufnahmen im Kasten und alle müssen erstmal wieder dahin, wo der kapitalistische Realismus in all seinen trüben Facetten auf sie wartet. Schade, war wieder viel zu kurz! Aber bald ist ja auch wieder Konzertreise angesagt, dann sieht man sich wieder!

 

Es gibt längst nicht genug Gruppen wie Datashock, die - ein Hoch auf die Freundschaft! - regelmäßig und trotz allem zusammenkommen, um frei improvisierend aufzunehmen und durch die Gegend ziehen, und so ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilen. Das muss man sich natürlich auch erstmal trauen. Insofern: Kräuter gerne! Provinz mitnichten - aber sie kommen überallhin, noch in den letzten Winkel. Songs haben sie dann zwar keine dabei, dafür aber ihre Instrumente.

 

Salvador am Ei