Künstlerbild

Facebook

Bambi Kino

Booker: Carsten Friedrichs

Es waren magische Nächte im August 2010. Genau 50 Jahre nachdem die damals noch völlig unbekannten Beatles nach einer aufreibenden Reise ihren ersten Hamburg-Auftritt im Indra in der Großen Freiheit absolvierten, spielten Bambi Kino eben dort am 17. August 2010 die erste von vier umjubelten Shows. Ein volles Indra, klirrende Vox-Verstärker, beinharte Rocker mit Tränen in den Augen… aber der Reihe nach: 

 

Hamburg, im August 1960: Am 17. August 1960 enterten fünf junge Musiker aus Liverpool die Bühne des kleinen und etwas schmuddeligen Musik- und Varieté-Clubs Indra. Der erste Auftritt der Beatles auf einer Hamburger Bühne. Etwas abseits der berühmt-berüchtigten Reeperbahn und von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, begann an jenem Augusttag eine beispiellose Karriere, welche die Musikwelt in ihren Grundfesten erschüttern sollte… 

 

New York City, im Sommer 2009: Vier junge Beatles- und Hamburgbegeisterte Musiker aus New York gründen die Band Bambi Kino, benannt nach der Unterkunft der Beatles in der Paul-Roosen-Straße während ihres ersten Hamburg-Gastspiels. Ihr Traum: Zum 50. Jahrestag der Hamburger Beatles-Premiere ein Auftritt im Indra... 

 

Hamburg, im August 2010: In Zusammenarbeit mit Tapete Records gaben Bambi Kino vom 17. bis zum 20. August ein viertägiges Gastspiel im Indra. Bambi Kino, bestehend aus Musikern der international äußerst erfolgreichen Bands Nada Surf (Drummer Ira Elliot), Cat Power (Bassist Erik Paparazzi) und Maplewood (Gitarrist & Sänger Mark Rozzo), sowie dem ehemaligen Guided-by-Voices-Gitarristen Doug Gillard ließen sie den Geist und den Sound der Augusttage des Jahres 1960 wieder aufleben. Auf der Originalbühne performten Bambi Kino genau die Songs, welche die Beatles den Gästen des Indra vor 50 Jahren zu Gehör brachten. 

 

Viel Schlaf fanden Bambi Kino in jenen heißen Augusttagen nicht. Nachts standen sie bis zu fünf Stunden auf der Bühne, tagsüber erweiterten sie, gleich ihren Vorbildern, im Indra ihr Repertoire. Rock-and-Roll-Klassiker, obskure R&B-Kracher, Standards, sogar Country-Songs wurden für die abendlichen Konzerte eingeübt. Während dieser Sessions entstand an historischer Stätte das vorliegende Album. Aus dem über 12 Stunden umfassenden Material wählten Bambi Kino 12 Songs aus. 

 

Entstanden ist ein Kleinod: Einer musikalisch stiefmütterlich behandelten, dennoch für die Musikgeschichte immens wichtigen Episode; den frühen Hamburg-Tagen der Beatles, wird endlich der verdiente Tribut gezollt. Dabei sind Bambi Kino alles andere als eine herkömmliche Coverband: Kenntnisreich, leidenschaftlich und originell machen Bambi Kino der breiten Öffentlichkeit Meisterwerke aus der Frühzeit der Popmusikgeschichte zugänglich. 

 

Der harte treibende Beat, der ebenso raue wie soulige mehrstimmige Gesang und nicht zuletzt die fetzenden Gitarren entführen den Zuhörer in die dunklen Gassen und Seitenstraßen Londons, Liverpools und, natürlich, Hamburgs, wo im Jahre 1960 von dünnen jungen Männern in schwarzen Lederjacken der US-Amerikanische Rock´n´Roll auf aufregende Art und Weise neu interpretiert wurde. 

 

Während ihrer Hamburg-Shows überzeugten Bambi Kino Zeitzeugen (damalige Rocker ebenso wie damalige Exis) ebenso, wie jene junge Musikfans, die sich von den klangvollen Namen der Hauptbands der Bambi Kino Mitglieder ins Indra locken ließen und für die bis dato beispielweise Chuck Berrys "I´ m talking bout you" ein böhmisches Dorf war. 

 

Bambi Kino sind eine rockende und rollende Seance.